Armut
Geigerin1997
23

Warum gibt es in Deutschland trotz Sozialhilfe Obdachlose? Hey, ich frage mich, wieso es in Deutschland viele Obdachlose gibt, obwohl es Hartz 4 gibt und viele Organisationen, die Obdachlosen helfen, mit Schlafplätzen und Essen. Meine Eltern sind selber geflüchtet und wurden in einem Heim aufgenommen und haben sich dann hochgearbeitet. In Amerika würde ich das ja verstehen, weil es keine Sozialhilfe gibt, aber wieso gibt es das in Deutschland ?

+2
(16) Antworten
LeSimsQ

1. es gibt Obdachlose, weil unter 25 keine Sozialhilfe bezahlt wird, in erster Linie wenn Leute indigen sind. Die sollten sich, so die Aussage, an ihre Eltern halten.  2. es gibt Obdachlose, weil eine Meldeadresse die Vorraussetzung für einen Antrag ist. Keine Meldeadresse, kein Briefkasten, keine Wohnung bedeutet kein Harz4.  3. es gibt Obdachlose weil es schon viel Zeit und Gedult und Papierkram erfordert, einen Antrag auszufüllen. Es soll ja Leute geben, die nicht schreiben konnen oder die so einen Antrag erst gar nicht packen. Die fliegen raus. 4. Die sogenannten Hilfsorgantionen helfen in erster Linie mal sich selbst. Es geht um Spendeneinnahmen, um Mitlederwerbung ... Aber das kann nicht verallgemeinert werden, weil es in diesen Organisationen in der Tat einige Menschen gibt die wirklich helfen. Leider sind die in der Minderheit.  5. es gibt eine Sozialhilfe in den USA. Klein aber es gibt sie.  6. Politische Schriften in Deutschland verweisen auf das soziale Netz, wer aber mal selbst dieses Netz in Anspruch nehmen will, wundert sich, dass dieses Netz oft ein fettes LOCH hat und er nicht genommen wird weil  bla bla. Speziell bei der indigenen Bevolkerung findet der Staat meist noch was und zahlt dann nix.  7. Männer sind in erster Linie von Obdachlosigkeit betroffen. Das System scheint so extrem männerfeindlich zu sein dass Männer  mehrheitlich von Obdachlosigkeit betroffen sind. Eine Scheidung oder eine EXehefrau kann einen gut verdienenden Mann schnell in die Obdachlosigkeit schiessen.  8. Es gibt auch gesundheitliche Gründe in die Obdachlosigkeit zu fallen. Unfall, psychiche Gründe ... "Jeder geschiedene Mann wird das bestätigen, denn die Exehefrau hinterlässt in der Regel eine Trümmerlandschaft in seinem Leben." Zitiert vom das-maennermagazin ...  9. einfach mal zu einer Tafel gehen , sich da hin setzen und den Geschichten lauschen ... Alkohol , Drogen, Zigaretten ...  10.  Zerberus63743 hat das wunderbar formuliert. Das gute Deutschland ist ein Mythos. 

AnubisFan4Life

Das sind häufig Alkohol- und/oder Drogenabhängige oder anderweitig Suchtkranke, die auch auf Entzug gesetzt würden, wenn sie Leistungen beantragen würden. Entzug ist eine schlimme Sache, da kommst Du zunächst einmal gar nicht mehr klar und hast größtenteils sogar richtig starke körperliche Schmerzen! Natürlich ist es keine Lösung, diesen Schritt zu "verweigern", aber wenn Du erst einmal "drin bist" in dieser Situation, dann schiebst Du das vor Dir her und steigst nicht wieder aus. Es kann aber auch andere Ursachen geben. Beispielsweise wurde durch eine, wenn ich mich richtig erinnere, britische Studie, eine statistische Korrelation zwischen Schädel-Hirn-Traumata ("Gehirnerschütterungen") und späterer Obdachlosigkeit festgestellt. Das heißt wenn Du eine Gehirnerschütterung erleidest, steigt die Gefahr, dass Du später in Deinem Leben einmal auf der Straße landen wirst. Der genaue Zusammenhang ist bislang allerdings ungeklärt. Manche leben auch illegal hier und wollen von den Behörden nicht gefunden werden, um eine Abschiebung zu vermeiden.

annyus

ganz einfach, weil es menschen gibt, die keine hilfe annehmen wollen oder können. an sich geht man als normaler mensch davon aus, das die hilfe, die man bekommt, irgendwann zurückgibt, heisst wenn man wieder arbeiten kann, arbeit annehmen und mit den sozialbeiträgen unterstützt man dann andere, die in eine solche lagen sind. bzw. hat man auch pflichten, wie eine meldeadresse oder sich beim amt zu ab und zu melden oder einen personalausweis zu haben. und diese pflichten gefaööen manchen nicht oder sie wollen anderen nicht zur last fallen

rainingmen

Obdachlos ist nicht gleich obdachlos.     Viele, wenn nicht gar die meisten Obdachlosen bekommen ihr (Tages)Geld und leben freiwillig auf der Straße.   Sei es, weil sie nicht mehr anders können, da sie schon zu lang auf der Straße sind und sich nicht mehr eingliedern können oder wollen, krank sind oder oder...    Natürlich gibt es auch die reinen "Bettler". Es gibt zig verschiedene Gründe, warum Leute auf der Straße leben.       Es gibt aber auch die, die tagsüber auf der Straße sind und dennoch irgendwo unterkommen, jedoch trotzdem betteln. Aber du könntest doch selbst mal zu verschiedenen Obdachlosen hingehen und sie fragen, warum sie auf der Straße leben. Viele freuen sich, sich mal zu unterhalten und geben auch gern Auskunft.

dortmundstyler

Die Gründe, warum man obdachlos wird oder ist, sind unterschiedlich. Es gibt Obdachlose die es vorziehen, so zu leben wie sie leben, ohne Wohnung, ohne Adresse. Andere wieder würden gerne eine Wohnung haben, können diese aber nicht bezahlen. Es wird viel geholfen, viel Geld ausgegeben, um den Obdachlosen zu helfen. Doch bei weitem reichen die Unterkünfte nicht aus, um Allen zu helfen. Manchen fehlt auch die notwendige Energie, sich aufzuraffen um die Situation zu ändern. Der Gang zu den Ämtern, sich bevormunden lassen. Darf mal von folgender Situation berichten. Wir haben für eine Sozialorganisation ein Haus gebaut. In diesem Haus wurde eine "Anlaufstation" für Obdachlose eingerichtet. Diese "Anlaufstation" war wie ein Schalter bei der Bank. Die Bedürftigen hatten Ausweise. Gingen also jeden Tag zu dieser Anlaufstation und holten sich ihren Tagessatz an Geld dort ab. Als sie das Geld hatten, gingen sie in den in unmittelbarer Nähe ansässigen Supermarkt und haben sich mit alkoholischen Getränken eingedeckt. Das ging Tag für Tag so, wie ich beobachten konnte. Nachts haben die während der Sommermonate im Freien genächtigt. Wenn es kalt oder regnerisch wurde, hatten die andere Schlafplätze. Es handelte sich dabei immer um eine Gruppe von 6-8 Personen, meist Männer. Jetzt könnte man sich die Frage stellen, wenn sie schon bei einer Sozialstation ihren Tagessatz abholen, warum fragen sie nicht nach, ob man ihnen nicht helfen könnte, einen Wohnraum zu finden.Eine Adresse von der aus sie einen Neustart beginnen könnten. Sich einen Job suchen, mal bei der ARGE anfragen. Das macht kaum einer. Manche hatten, bevor sie odachlos wurden, eine Familie, einen guten Job. Verloren aber aus welchen Gründen auch immer, den Boden unter den Füssen. Haben sich mit einem Leben auf der Strasse abgefunden. Manche gehen abwechselnd betteln, um sich so versorgen zu können. In der Gruppe zu leben macht alles etwas leichter, man hält zusammen. Es gibt die Tafeln, auch dort können sie sich versorgen.Irgendwann gewöhnen sich die Obdachlosen an dieses Leben. Im Grunde fehlt es denen an nichts, ausser einer festen Bleibe. Die bekommen Kleidung, finanzielle Unterstützung. Sicher  ist es schwer, sich in so eine Situation zu versetzen. Dennoch haben es die Obdachlosen in unserem Staat "gut", verglichen mit Obdachlosen in anderen Staaten, die keinerlei Unterstützung bekommen, wo selbst schon Kinder als Odbachlose unter Brücken schlafen, keine Schule besuchen, die Eltern sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern, oder kümmern können. 

raikikimi

Also es kommt immer auf die Region drauf an. Hier in München und Umland ist der Wohnungsmarkt generell katastrophal und mit Hartz IV siehst du hier kein Land. Meine Freundin (arbeitsunfähig wegen Rheuma) hat 2 Kinder (11 und 15) und hat sich vor einem Jahr von ihrem Mann getrennt. Die haben erst einmal 3 Monate bei mir gewohnt (2-Zimmer Wohnung zu viert) bevor sie auch nur eine Notunterkunft von der Gemeinde bekommen haben. Hätten sie nicht bei mir wohnen können, dann wäre sie drei Monate mit ihren 2 Kindern auf der Straße gesessen. Sie war deswegen bei mehreren Hilfsvereinen wie Caritas, etc.. Die haben alle nur gemeint, dass München ganz schlimm ist und sie ihr da leider auch nur bei Behörden Formularen oder so helfen können. Jetzt wohnt sie seit 8 Monaten in einer Notunterkunft und da haben sie eine Wohnküche und ein Zimmer zu dritt. Sie würde gerne arbeiten, aber ihre Krankheit erlaubt das momentan nicht. Das heißt sie bekommt Hartz IV. Sie hat sogar eine Bescheinigung vom Amt für eine Mietkostenübernahme. In den letzten 8 Monaten hat sie sich bei hunderten von Wohnungen beworben. 45% haben gleich gesagt "Hartz IV Empfänger? Nein, danke". 50% haben sich einfach nicht zurück gemeldet. Bei 5% kam es immerhin zu einer Wohnungsbesichtigung. Leider alle ohne positives Ergebnis. Leider wird viel zu wenig im Bereich des sozialen Wohnungsbaus getan. Die meisten etwas größeren Gemeinden haben ein paar hundert Sozialwohnungen im Gemeindeeigentum aber ein paar tausend Bewerbungen für diese Wohnungen. Ich verstehe allerdings die Vermieter nicht. Die wollen alle welche, die einen Arbeitsvertrag und dementsprechend ein festes Einkommen haben. Wer Arbeit hat kann aber arbeitslos werden und dann kann es Monate dauern, bis das Amt die Mietübernahme billigt. Evtl. könnte auch eine 3 monatige Sperre wegen Kündigung auftreten. Wenn einer schon einen Wohnkostenübernahme Schein hat, dann bekommt der Vermieter doch 100% sein Geld, wenn eine Abtretung erfolgt und er die Miete direkt vom Amt überwiesen bekommt.

LenaWeber

Es gibt halt Leute, die die nötigen Behördengänge nicht machen können (z. B. wegen Krankheit, Sucht, Minderjährigkeit, usw.) oder wollen. Platte machen und betteln ist halt unbürokratisch. -Mit Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit.

Tutorial

Leider ist es so, dass neben der Weltöffentlichkeit immer noch viele in Deutschland den Mythos Recht- und Sozialstaat schlucken. Wer arm, krank, behindert oder arbeitslos ist, der gerät ohne Wiederkehr nur zu oft ins lebenslange Nirwana. Ganz an den Rand dieses sauberen Landes. Dabei gibt es nichts, was es nicht gibt. Viele Obdachlose, auch Jugendliche und Ausländer, geraten schnell an die Grenzen. Das ist echt schlimm... doch bevor Berlin solche Probleme überhaupt lösen würde, ist es leichter gezwungenermaßen etwas für Flüchtlinge zu tun. Erinnern möchte ich auch an die vielen Armutsrentner, die ihr Leben lang zum Wohl dieses Landes gearbeitet haben, umd Gelder in der Rente betrogen wurden und heute ein Leben in Armut bis ans Ende leben müssen. Für die und viele andere, tut auch keiner was.

topspi

Weil sie keine Hilfe annehmen. So ist es auch in den Vereinigten Staaten. Da gibt es natürlich Sozialhilfe in Form von Essensmarken und Geld. Und die Tafel wurde dort auch erfunden. Nur lehnen es manche ab. Vielleicht ist es ihnen peinlich, ich weiß es nicht.

boy15

Weil einige sich nicht helfen lassen wollen, weil das denen peinlich ist

MissyP

Vor rund 35 Jahren erfuhr ich folgende Situation: In Freiburg im Breisgau lebte eine vierköpfige Familie. Der Mann war starker Alkoholiker weshalb er seine Arbeit verlor als seine Frau mit dem 2. Kind schwanger war. Er wurde gewalttätig, verprügelte Frau und Kinder mehrfach krankenhausreif. Das freiburger Frauenhaus war während der ganzen Zeit überbelegt. Frauen- und heute zum Glück auch Männerhäuser werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Schließlich fand die Frau nach langer Suche und Bettelei einen Anwalt der bereit war für sie die Scheidung zu erkämpfen. Der Mann bewies dank fachärztlichem Gutachten dass er alkoholkrank war. Der Familienrichter entschied also: Die Ehe wird geschieden denn es ist dem alkoholkranken Mann nicht mehr zumutbar mit Frau und zwei kleinen Kindern zusammen zu wohnen. Deshalb sind Frau und Kinder mit Urteilsverkündung verpflichtet die Wohnung zu räumen.  --------------------------------------- Es macht keinen Sinn das Geschlecht zu thematisieren. Wenn ich recht erinnere hatte 1979 die SPD das Familienrecht verändert. Seither gilt: Wer krank ist ist im Vorteil denn der gesunde Scheidungswillige hat auf die Erkrankung so weit als irgend möglich Rücksicht zu nehmen. Befindet also ein Richter es sei dem durch Gutachten festgestellten kranken Menschen nicht mehr zumutbar mit seiner Familie zusammen zu leben hat diese eben zu sehen wo sie bleibt. Weiter wurde festgehalten: Droht Obdachlosigkeit und ansonsten befinden sich beide Scheidungswillige in vergleichbarer Lage hat die Person welcher keine Obdachlosigkeit droht zunächst dafür zu sorgen dass sich die materielle Situation der verschuldeten oder schlicht nur faulen Person so weit zu verändern dass die Obdachlosigkeit abgewendet ist. Auf Kinder ist in solchen Fällen keine Rücksicht zu nehmen.  Steht dann ein ehemaliger Ehepartner mit Kindern mit sofortiger Wirkung auf der Straße hat keine Kommune dafür auch nur im Ansatz Anlaufmöglichkeiten, Übergangswohnungen. Wozu auch? So lange die Mehrheit der Gesellschaft sich darin gefällt in ihren Wahnvorstellungen zu verbleiben Obdachlosigkeit sei selbstverschuldet, in der Regel einer Suchterkrankung oder schlichter Faulheit geschuldet, wird sich die Rechtslage nicht ändern.  ------------------------------------------------ Die CDU setzte dann vor Jahren noch den einen und den anderen drauf: Damals wurde innerhalb weniger Monate das Sozialversicherungsrecht für Selbständige verändert. Medien verschwiegen diese Veränderungen. Die Betroffenen wurden selbstverständlich nicht informiert. Und welcher Mensch kommt schon auf die Idee mindestens monatlich nachzusehen ob sich wesentliche Gesetze verändert haben um rechtzeitig reagieren zu können? Im vorliegenden Fall war nur eine Frist von 14 Tagen für eine Reaktion gesetzt worden so weit ich erinnere. Hier in Karlsruhe kamen dadurch einige Selbständige so sehr in Verschuldung dass Obdachlosigkeit nicht mehr abgewendet werden konnte. Nachdem auf diese Weise ein Teil der Bevölkerung aussortiert worden war, die EU mit hohen Strafgeldern drohte die von unseren Steuergeldern zu bezahlen gewesen wären, wurde das Sozialversicherungsrecht für Selbständige so weit verändert dass wenigstens ein Teil wieder Fuß fassen konnte.  ------------------------------------------------------- Es besteht bei Rentenbezug Anspruch auf Grundsicherung. Angeblich schämen sich viele Berechtigte entsprechenden Antrag zu stellen. Dafür möchte ich zunächst den Nachweis sehen bevor ich es glaube denn viele sogenannte Sachbearbeiter auf Kommunalebene verweigern die Herausgabe der Anträge und wenn sie die Anträge heraus geben haben sie sehr viel Phantasie entwickelt die von ihnen geforderten Bedingungen nicht erfüllen zu können. Einfach indem sie Nachweise einfordern die nicht erbracht werden können. Dazu gibt es online manchen Nachweis der gelesen werden kann. Hier sind statistisch vor allen Dingen Frauen betroffen da sie ja in dieser Gesellschaft weniger Lohn für gleiche Arbeit erhalten als ihre männlichen Kollegen und ihnen Karriere oft schlicht verweigert wird. Wenn dann die Rente gerade mal so hoch ist dass die Kaltmiete gezahlt werden kann dann mag noch einige Jahre möglich sein für 450,- Euro im Monat zu arbeiten. Aber wenn diese Möglichkeit aus Altersgründen nicht mehr gegeben ist? 

Snowgirl2016

Sozialhilfe wurde in Deutschland 2004 abgeschaft , gibt nur noch ALG II ( Harz 4 ) , die bekommt nur jemand mit festen Wohnsitz. Also ist es ein Teufelsgreis er kann sich kein Wohnung suchen weil er erst  " Hilfe " bekommt wenn er eine hat , nicht vorher, aber wie soll er dies dann vorher bezahlen ?

weiglinmax

Du kriegst in Deutschland kein Harz4 wenn du keine adresse hast. Und du kriegst keine adresse wenn du kein Geld hast dir eine wohnung zu mieten. Und du hast kein geld dir eine wohnung zu mieten wenn du kein Harz 4 bekommst....

Feuer1234

Es gibt auch Leute, die es nicht anders wollen

melvor

wenn es eine Statistik gäbe, wer die meisten Obdachlose verschuldet hat, wären die Leihfirmen wohl an erste Stelle zu finden.

Beddue

Vielleicht liegt es daran das viele Vermieter Vorurteile gegen Obdachlose haben und deswegen auch keine Wohnungen an Obdachlose vermieten. Und für eine Eigentumswohnung reich Hz4 nicht.

Antwort hinzufügen