Geschichte
Jacksonss
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Unterschätzung des Gefahrenpotenizial- NSDAP Hat jemand Ahnung von Geschichte? :D Das hat ja was mit Hitlers Machtübernahme zu tun..allerdings versteh ich es nicht so ganz.. - Wie stand die Politik zu dem ganzen? - Wie stand das Volk genau dazu? - Wie ist es überhaupt soweit gekommen? Die Fragen versteh ich nicht. Ich versteh auch nicht warum das so heißt..ich versteh gar nichts um ehrlich zu sein :D Ich hatte schon bei Google geguckt aber nicht wirklich was verständliches gefunden. Kann mir das jemand für dumme erklären? Ich bin 16 und deswegen nicht soviele Fremdwörter und so das wäre sehr lieb :D

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(4) Antworten
Master30000

Das ist auch sehr schwer zu verstehen, wenn man das von heute betrachtet. Auf die Frage, warum man diesem lächerlichen Schreihals für einen überzeugenden Redner halten konnte, möchte ich gar nicht eingehen. Die Stimmung in Deutschland: Krieg verloren, Demokratie geschenkt bekommen, nach kurzer Blütezeit (goldene 20er) die Wirtschaftskrise. Vielen Menschen ging es schlecht, sie haben die Ursache gesucht. Wer sollte schuldig sein? Die Demokratie an sich erschien vielen als nicht gut. Unterschätzt wurde die NSDAP nicht, jedenfalls nicht von allen. Es gab brutale Schlägereien. Und viele hatten Angst. Da gibt es diesen Ausdruck: "Der Ruf nach einem starken Mann", dahinter steckt die Vorstellung, das es einen braucht, der dann alles gut erledigt. Auch heute noch verstehen viele Menschen nicht, warum Politiker streiten (müssen). Das hat auch mit politischer Bildung zu tun. Und Politiker, wie Hindenburg, haben Hitler, der nur einfacher Soldat gewesen war, nicht ernst genommen. Die haben angenommen, dass er es nicht schafft und das Ganze eine Episode bleibt. Das Gefahrenpotential meint: politische Gegner ermorden und einsperren, Menschen jüdischen Glaubens verfolgen und ermorden, Menschen mit Behinderung töten lassen, einen Krieg anzetteln und noch mehr. Ein alter Mann, der die Zeit erlebt hat, hat mir folgendes gesagt: Hitler hat viel versprochen, Nur ein Versprechen hat er gehalten: Allen Menschen eine luftige, sonnige Wohnung.(die waren nämlich ausgebomst) Deine Frage finde ich sehr wichtig, Das ist ein ganz großes Thema und ich kann es hier nicht wirklich beantworten. Einige Antworten auch deine Fragen bekommst du, wenn du über die Entstehungsbedingungen der Weimarer Republik nachliest.

NudelXD

Dieses Unterschätzungsgerede ist eine Täuschung: Hitler (oder so jemand wie er), waren von Januar 1919 an so gewollt und geplant ! Die deutschen Unternehmer haben im Jan.1919 mit ihren Antibolschewistenfonds sogar gefakte "Arbeiterparteien" wie die DAP -ab 1920 NSDAP - und sogar "Sozialistische Parteien gründen lassen. **Der einflußreichste Unternehmerboss damals, Hugo Stinnes, sagte: "Ich will auch einen Sozialismus machen mit meinen Arbeitern - aber da sollen die Parteien nicht dreinreden" ** Details: http://novemberrevolution1918.wordpress.com/

Nomi2006

Die SPD, die immerhin eine staatstragende Partei der Weimarer Republik war, warf den Kommunisten der KPD vor, sie seien demokratiefeindlich und wollten nur einen Staat nach sowjetischen Vorbild und durch eine sozialistische Revolution errichten. Letztlich sahen sie die KPD auf gleicher Stufe mit dem aufkommenden Nationalsozialismus, als eine stalinistische Marionette, die von eben jenem gelenkt wurde. Die KPD hingegen pflichtete der Sozialfaschismusthese von Stalin ihren Glauben bei und gab die Parole aus, dass man nicht den Faschismus besiegen könne, ohne vorher den "linken Flügel des Faschismus", die Sozialdemokratie, also die SPD, besiegen zu können. Denn sie seien mit der Tolerierung der Brüning-Politik mit die Hauptträger der "demokratisch-kapitalistischen Republik Deutschland" (nach Wilhelm Herzog) und somit die Vorstufe zur Bekämpfung des Faschismus. Bestärkt wurde diese These durch den "Blutmai" 1929, als die KPD zum 1. Mai eine (unangemeldete!) Demonstration startete, die blutig niedergeschlagen wurde, bei dem auch sozialdemokratische Politiker beteiligt sein sollten. Die deutschen Faschisten erklären, der Marxismus und Versailles seien seine beiden Feinde. Mit „Marxismus“ meinen sie zwei deutsche Parteien – die Kommunisten und die Sozialdemokratie – und einen Staat – die Sowjetunion. Unter „Versailles“ verstehen sie Frankreich und Polen. (Leo Trotzki: „Ein Sieg Hitlers bedeutet: Krieg gegen die Sowjetunion“, Hitler wird Verbündete brauchen, 28. Dezember 1931) Wenn aber zwischen Demokratie und Faschismus keinerlei Gegensatz besteht, nicht einmal auf dem Gebiet der bürgerlichen Herrschaftsformen, müssen beide Regimes einfach zusammenfallen. Die Schlußfolgerung: Sozialdemokratie = Faschismus. Aus irgendeinem Grunde bezeichnet man indes die Sozialdemokratie als Sozial-Faschismus. (…) Als Leitmotiv für ihre Forschungen über den Sozialfaschismus hat Die Rote Fahne Stalins Worte erkoren: „Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokratie stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus.“ Wie bei Stalin üblich, sobald er zu verallgemeinern versucht, widerspricht der erste Satz dem zweiten. Daß die Bourgeoisie sich auf die Sozialdemokratie stützt und der Faschismus eine Kampforganisation der Bourgeoisie darstellt, ist völlig unbestreitbar und schon längst ausgesprochen. Doch daraus erhellt nur, daß Sozialdemokratie wie Faschismus Werkzeuge der Großbourgeoisie sind. Wie dabei die Sozialdemokratie überdies noch den „Flügel“ des Faschismus bildet, ist nicht zu verstehen. Auch die zweite Feststellung des gleichen Autors ist nicht viel tiefsinniger: Faschismus und Sozialdemokratie sind nicht Gegner, sondern Zwillinge. Zwillinge können erbitterte Gegner sein; andererseits müssen Verbündete keinesfalls am gleichen Tag von einer gemeinsamen Mutter geboren sein. Stalins Konstruktion gebricht es sogar an formaler Logik, von Dialektik nicht zu reden. Die Kraft dieser Konstruktion besteht darin, daß niemand ihr widersprechen darf. (…) Ist einmal die Kommunistische Partei gezwungen, die Einheitsfrontpolitik anzuwenden, so wird das mit Sicherheit die Zurückschlagung des faschistischen Angriffs ermöglichen. Ein wirklicher Sieg über den Faschismus aber würde den Weg freimachen zur Diktatur des Proletariats. (Leo Trotzki im Januar 1932 in Prinkipo in „Was nun?“ Schicksalsfragen des deutschen Proletariats, II. Demokratie und Faschismus/ XV. Ist die Lage hoffnungslos?) Und Trotzki, der prachtvolle Sachen schreibt, die ja durch die Weltpresse gehen und nicht der Weltbühne gehören. Neulich ein „Porträt des Nationalsozialismus“, das ist wirklich eine Meisterleistung. Das stand alles, aber auch alles, drin. Unbegreiflich, wie das einer schreiben kann, der nicht in Deutschland lebt. (Kurt Tucholsky in einem Brief vom 25. Juli 1933 über Trotzkis o.g. Artikel in „der neuen Weltbühne“) http://url9.de/Rxj

nika9999

Hei DuUndIchOkay, die Zeiten während der Weimarer Republik waren für Deutschland schwer, viele Arbeitslose, kein Geld und so. Da hatten es die Kommunisten auf der linken und die Nazis auf der rechten Seite leicht, dem Volk das Blaue vom Himmel zu versprechen. Denn die anderen "normalen" Parteien wie Zentrum SPD kriegten es nicht gebacken. Ergebnis war, dass die Braunen noch mehr Zulauf bei den Wahlen kriegten und das Volk dachte, ganz so schlimm, wie die krakeelen, ganz gar nicht werden. Also hat der Reichspräsident von Hindenburg dem Hitler gesagt, er solle eine neue Regierung bilden. Das hat geklappt. Hitler wurde Reichskanzler (30. Januar 1933), ein paar Leute anderer Parteien Minister. Drei Monate später waren Neuwahlen, Hitler wiedergewählt, und dann gab´s das üble "Ermächtigungsgesetz", mit dem die anderen Parteien beschlossen, sich selbst abzuschaffen (außer der SPD, die machte nicht mit, wurde verboten). Das war das Ende der ersten deutschen Demokratie. ~~~ o.k.? Grüße!

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