Allgemeinbildung
Oculus1212
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Kulturunterschiede beim Flirtverhalten? Also um diese Frage stellen zu können, hab ich erstmal überlegen müssen, was die korrekte Bezeichnung für einen Menschen mit dunkler Hautfarbe ist. Das kann aber scheinbar nicht so genau festgelegt werden (Wieso soll es nicht korrekt sein die Schwarzen " Schwarze " zu nennen ?). Natürlich wäre es am Besten sie nach ihrer Herkunft und nicht nach ihrer Hautfarbe zu benennen, aber in meiner Frage liegt der Augenmerk auf der Hautfarbe und hinzu kommt, dass ich keinen Schimmer habe, woher die Personen stammen. Deshalb werde ich im Folgenden den Begriff "Schwarzer" verwenden und hoffen, dass sich dadurch niemand angegriffen fühlt (wenn es aber so sein sollte, dann bitte ich um eine Benachrichtigung). In den letzten Jahren nehme ich vermehrt wahr, dass Schwarze weitaus offener sind als weiße Männer, zumindest in meiner Wahrnehmung. Sie lächeln, schauen einem offen in die Augen und sie sprechen einen oft an – natürlich nicht alle und immer – aber im Verhältnis sind sie schon weit vorn. Es ist sozusagen eine unbewusste Langzeitstudie, die mir heute bei einem strahlend weißen Lächeln wieder in den Sinn kam.;) Ist das ein Phänomen, was nur mir auffällt oder ist das irgendwie allgemein zu erklären? Eine andere Mentalität vielleicht? Oder einfach ein anderes Schönheitsideal? Am Besten wäre es natürlich Meinungen aus erster Hand hören.;)

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(8) Antworten
ILoveBoys98

Natürlich gibt es Unterschiede kultureller Art im Flirtverhalten. Das findet man ja schon, wenn man nach Italien geht, hier hat es eine Frau aus Deutschland viel schwerer, sich flirtender Italiener zu erwehren, wenn sie ihre Ablehnung mit einem freundlichen Gesicht zum Ausdruck bringt. Denn dies wird dort als "ja" verstanden, egal welche Worte gebraucht werden. Ein "Nein" muss also auf jeden Fall mit einem "hochnäsigen" Gesichtsausdruck vermittelt werden. Um so größer sind die Unterschiede bei z.B. Afrikanern, sowohl was ihre Mentalität anbelangt, als auch was ihren kulturellen Hintergrund betrifft. In diesem Zusammenhang ist es übrigens interessant, dass Eibl-Eibesfeld auch Gemeinsamkeiten im Flirtverhalten in fast allen Völkern entdeckt hat (hier sei der vielzitierte "Augengruß" erwähnt. Google doch mal danach!)

Baum123151

Zusätzlich zu schon erwähnten Argumenten, füge ich noch hinzu: je mehr der Mensch im Verstand ist, desto präsenter sind auch Blockaden und Hemmungen und desto größer wird die Verschlossenheit, die eine Art Selbstschutz darstellt. Je naturverbundener und ursprünglicher ein Mensch ist, desto offener verhält er sich meist. Gerade hier in Deutschland fällt - meiner Meinung nach - der "Abstand" zwischen Menschen besonders auf und so zeigt sich auch das "Flirtverhalten". Ich bin ein Mensch, der anderen in die Augen schaut und da fällt mir auch immer wieder auf, dass die wenigsten standhalten können.

Lisaaa96

Die dunkelhäutigen Menschen sind zum Großteil in ihrer gesamten Verhaltensweise offener und unbeschwerter, als Weiße. Das führt automatisch zu einer für Frauen vielleicht ungewohnten Lockerheit beim Flirten, die es aber genauso bei dunkelhäutigen Frauen gibt. Man sollte aber auch hier nicht den Fehler machen, aus Einzelerfahrungen gleich zu verallgemeinern.

Emilyy035

ich kann jetzt nur von afro-amerikanern sprechen, aber es stimmt was du sagst, dass sie ein sehr viel offensiveres flirtverhalten an den tag legen :-)

Merte123321

Ich finde ja überraschend angenehm, dass dich noch keiner hier als Rassist beschimpft hat, ich will dem aber mal zuvorkommen (keine Angst, nicht böse gemeint): Aus herrschender Sichtweise heraus ist deine Frage nämlich durchaus rassistisch, egal ob du von Schwarzen, Negern oder Menschen mit dunkler Hautfarbe sprichst, denn du verbindest IRGENDEINE Eigenschaft mit der Hautfarbe eines Menschen, du betreibst quasi Rassenforschung. Die Aussage: "Weiße sind Schwarzen intellektuell überlegen" oder "Schwarze stinken" ist von gleicher Qualität wie "Schwarze sind kontaktfreudiger". Und an der Antwort von turalo siehst du auch, dass von "kontaktfreudig", was ja erstmal positiv klingt bis "anmaßend aggressiv" kein großer Sprung notwendig ist. Wobei ich auch turalo damit nicht angreifen will. Denn wenn nicht in unserem gewohnten Alltag die Meisten an der gelebten Distanz irgendetwas Gut fänden, hätten wir vielleicht längst Umgangsformen entwickelt/übernommen, die größere Nähe zulassen. In Kenia hat sich einmal eine voll in Schwarz verschleierte Frau mit Sehschlitz in einem "Matatu", einem Kleinbus, einfach auf meinen Schoß gesetzt und ein Gespräch mit mir angefangen. Da fühlte ich mich zunächst auch unwohl, weil hier meine Vorannahme, das Muslimas sich nicht nur verschleiern, sondern auch distanziert sind, verunsichert wurde, ich fühlte mich also unsicher. Vor Ewigkeiten setzte sich das Oberhaupt einer libanesichen Familie, die ich kennengelernt hatte, auch immer neben mich, wir wurden Freunde und bald hielt er auch meine Hand. Bei mir kamen Assoziationen wie "schwul" auf -- wiederum ein Missverständnis, denn als ich ihn später mal fragte, wie seine Einstellung zu Homosexualität wäre, favorisierte er die Todestrafe für solche Leute. Meine eigene Rassismusdefinition hebt sich übrigens von der herrschenden Meinung ab. Für mich ist Rassismus wesentlich der unbedingte Anspruch auf Sicherstellung der Vaterschaft, hat seine Wurzeln im Beginn des Patriarchats und lässt sich bis zum "Urheberrechtsanspruch" unserer Zeit verfolgen. Die griechischen Mythen (Ödipus etwa) handeln von der Verarbeitung der Konflikte, die aus diesen neuen patrarchalischen Werten erwachsen sind.

gruenerBall

Es ist nur natürlich das Schwarze eine weiße Frau anlächeln. Sie sind ja auch das, was sie sich erwünschen. I.G. dazu lächeln mich (Mann) schwarze Männer nie an :-)

MiniPink19

Ich kann nicht kommentieren, also muß ich es als Antwort schreiben: Das Flirtverhalten mancher Kulturkreise ist schlicht aggressiv bis anmaßend.

Engelchen1810

Selbstverständlich gibt es Mentalitäts- und Kulturunterschiede.

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